Aktionsplan Auerwild im Schwarzwald

Auerwild-Hegeringleiter Karl Günther aus Naislach hatte zu einer Informationsveranstaltung über die Wiederansiedlund von Auerwild im Schwarzwald geladen. Etwa 70 Jäger und Forstleute waren der Einladung gefolgt. Neben dem alten Bürgermeister von Oberreichenbach, Dietmar Greif war auch sein Nachfolger Karlheinz Kistner zugegen. Hoher Besuch war auch vom Landratsamt anwesend: Abteilungsleiter Reinhold Rau war in Begleitung von Dr. Bernhard Hanisch und Gabriele Wicht-Lückge, vom Landesjagdverband war der Wildtiersachverständige Klaus Lachenmaier gekommen.

Dr. Rudi Suchant von der Landesforschungsanstalt informierte über die Ziele der EU zur Wiederansiedlung des Auerwilds. Vor etwa 100 Jahren, so Suchant, hat es im gesamten Schwarzwald etwa 4000 Stück Auerwild gegeben.

Das lag zum großen Teil an der Struktur des Waldes. Dieser war damals licht und offen. Durch die intensive Holznutzung ist der Wald gewissermaßen zugewachsen und verhindert die Bodenvegetation. Man muß nun durch gezielte Einschläge den Wald in seinen damaligen Zustand zurückversetzen und eine intensive Holznutzung ist dann nicht mehr möglich. Gleichzeitig müssen die Touristenströme kanalisiert werden. Wanderstrecken müssen verlegt werden und Mountainbiker müssen von Auerwild bewohnte Gebiete meiden. Natürliche Feinde wie Fuchs, Wildschweine usw. müssen intensiv bejagt werden. Auch der Habicht schlägt Auerwild, vornehmlich Hennen.

Wildschutzgebiete müssen ausgewiesen werden und die verantwortlichen Förster müssen lernen, wie der Schwarzwald der Zukunft auszusehen hat.

Die Akzeptanz des Auerwildes ist im Schwarzwald gegeben, trägt doch so manche Stadt oder mancher Landkreis den Auerhahn in seinem Wappen. Auch bei der heimischen Gastronomie kommt der Auerhahn oft vor. Bei einem Zusammenspiel verschiedenster Faktoren, so Dr. Suchant, könnte die Zahl des Auerwildes in den nächsten 25 Jahren auf einen ähnlichen Stand wie vor 100 Jahren gebracht werden.

Auerwild-Hegeringleiter Karl Günther stellte fest, daß der Hegering in seinem 20jährigen Bestehen ständig Waldpflegemaßnahmen durchgeführt habe und dies mit Unterstützung der Kreisjägervereinigung weiterhin tun wolle.

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