Gibt es noch Auerhühner im Landkreis Calw?

Diese spannende Frage wird alljährlich im Auerwildhegering der Kreisjägervereinigung Calw diskutiert. In der letzten Saison konnten dabei 136 Auerhähne im gesamten Schwarzwald bestätigt werden.

Erstellt am 20.04.2021

Somit blieb die Zahl von 2019 (135 Auerhähne) konstant. (Quelle: FVA Wildtierinstitut) Leider wurde seit 5 Jahren kein Auerhahn am aktiven Balzgeschehen im Landkreis Calw beobachtet. Einzelne Beobachtungen außerhalb der Balzzeit deuten allerdings auf einen gewissen Restbestand hin und einzelne Beobachtungen in einiger Entfernung zu den Hochlagen an den Kreisgrenzen zu Freudenstadt und Rastatt zeigen, dass das Auerwild immer wieder in Bewegung ist.

Die Gestaltung des Lebensraumes ist also von zentraler Bedeutung, um dem Auerwild auf Streifzügen durch die Wälder des Landkreises Calw geeignete Habitate bieten zu können. Die Kreisjägervereinigung Calw möchte deshalb in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung des Landkreises Calw sowie ForstBW, kommunalen und privaten Waldbesitzern Habitatgestaltungsmaßnahmen tatkräftig umsetzen. Da das Auerwild offene und lichte Flächen mit vereinzelten Bäumen benötigt, ist hierzu ein Programm mit finanzieller Förderung des Landes unter dem Motto „Lücken für Küken“ eingerichtet.

Gerade wenn es darum geht Restbestände einer Art zu erhalten und zu fördern, ist jedes einzelne Huhn und natürlich Küken besonders wichtig. Deshalb ist die zweite Säule zur Stabilisierung des Auerwildbestandes die Regulierung der natürlichen Fressfeinde, wie Fuchs, Marder aber auch Wildschwein. Die Jägerinnen und Jäger der Kreisjägervereinigung Calw sind bemüht durch die Bejagung der Prädatoren ein Gleichgewicht herzustellen, bei dem auch das Auerwild sich im Bestand erholen kann. Die nachhaltige Nutzung wird durch die Initiative „Schwarzwaldpelz aus nachhaltiger Jagd“ gewährleistet.

Auch der Klimawandel beeinflusst das Auerhuhn und seine Lebensräume. Temperatur und Niederschlag sind entscheidend für den Bruterfolg und das Überleben der Küken. Forstliche Schäden durch beispielsweise den Borkenkäfer lassen lichte Strukturen entstehen. Milde Winter verbessern hingegen auch die Lebensgrundlagen der Fressfeinde. Die Nutzung des Waldes durch den Menschen ist entscheidend dafür, wie unsere Wälder und damit auch der Lebensraum des Auerhuhns (in Zukunft) aussehen bei einer Anpassung der Baumarten an den Klimawandel.

Zufällige Auerhuhnsichtungen können Sie gerne der Kreisjägervereinigung Calw, dem Leiter des Auerwildhegerings, Herrn Michael Gues per Mail melden. Sie unterstützen damit die Arbeit der Beteiligten an der Bestandszählung. Bitte bleiben Sie allerdings während der Balz- und Aufzuchtzeit im Frühjahr auf den Forstwegen, um unnötige und empfindliche Störungen zu vermeiden.

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