Brut- und Setzzeit

Das Wetter wird im Frühjahr zunehmend freundlicher. Die Pflanzen fangen an zu wachsen und die Bäume treiben wieder aus. Uns Menschen lockt der erste Sonnenschein zu Ausflügen in die Natur. Genießt man doch die ersten Sonnenstrahlen. Ein Ausflug mit Hund, Fahrrad oder zum Klettern in den Hängen abseits der normalen Wege ist nun keine Seltenheit.

Eines dürfen wir nun nicht vergessen. Auch die Tierwelt in unseren Wäldern wird nun wieder munter. Die Waldbewohner wachen langsam aus ihrem Winterverhalten auf. Sie werden aktiver und suchen frisches Grün. Die Vögel zwitschern wieder bereits in den frühen Morgenstunden. Unser Reh-, Rot- und Schwarzwild benötigt nun wieder vermehrt Salz um die nötigen Mineralien aufzufüllen. Der Stoffwechsel läuft nun auf Hochtouren. Der Fellwechsel steht an. Das Gehörn des Rehwilds wird bereits verfegt und das Geweih des Hirsches beginnt im Bast zu wachsen. Auch die Eiruhe z. B. beim Reh ist nun beendet und das Kitz fängt an zu wachsen.

Erstellt am 19.04.2020

Ab April  beginnt dann auch schon die Brut- und Setzzeit unserer Wildtiere.

Wer denkt bei seinem Spaziergang, Fahrradausflug oder Boulder-Ausflug daran, dass er sich evtl. in den Einständen (dies ist in Vermenschlichung gleichzusetzen mit unseren Wohnungen) unseres heimischen Wildes bewegt? Warum also den Hund an der Leine halten, auf den Wegen bleiben?

Unser Wild sieht jede Bewegung, die im Wald vor sich geht. Selbst wenn wir die Waldbewohner nicht sehen – das Wild und die Vögel sehen uns. Jede Begegnung bedeutet für die Tiere eine Stresssituation. Die Reaktionen der Waldbewohner fallen unterschiedlich aus. In den meisten Fällen flüchten sie oder gehen weiter in ihre Einstände, um dort nicht mehr herauszukommen bzw. die Knospen und frischen Triebe anzuknabbern und somit den Bäumen Schaden zuzufügen. Auch der Gesundheitszustand unserer Waldbewohner kann sich durch diesen permanenten Stress verändern.

Wie können wir diesen Stress durch für unsere Waldbewohner vermeiden? Was können wir tun, damit die Waldbewohner ihre Jungtiere in Ruhe Groß ziehen können?

Egal ob sportlich, sammlerisch oder einfach nur erholungssuchend – bleiben Sie auf den Wegen, halten Sie den Hund an der Leine. Jegliches Abkommen von den Wegen bedeutet unnötigen Stress und Verjagung aus dem Einstand. Manchmal auch ein Verlust des noch nicht geborenen Kitzes.

Auch die Vogelwelt würde im Falle einer Hetze durch die Hunde in den Brut- und Setzzeiten sehr leiden. Es gibt Bodenbrüter, wie z. B. die Waldschnepfe, die nicht sehr schnell fliegt und ein Opfer sein kann. Dies würde bedeuten, dass die Eier unserem Raubwild wie Fuchs und Dachs als willkommene Nahrung dienen oder einfach auskühlen und nicht mehr ausgebrütet werden können. Unsere Wildschweine haben nun auch ihre Frischlinge geboren. Sie können nun zur Gefahr werden, wenn wir Menschen den Lebensraum der Tiere – ihr Wohnzimmer – nicht wahrnehmen und respektieren.

Helfen können wir alle durch Umsichtigkeit und Respekt und damit der Einhaltung der uns gegebenen Möglichkeiten, um allen Waldbewohnern eine gute Zeit zur Jungenaufzucht zu ermöglichen. Denn nur wir Menschen haben die Möglichkeit etwas aktiv für unsere Waldbewohner zu tun und sie zu schützen. Sie beteiligen sich durch Ihre Rücksicht auf die Tierwelt daran, den Bestand der Tiere zu schützen. Diese sind für unsere Natur genauso unverzichtbar wie für uns die Luft zum Atmen.

Das Beachten der Brut- und Setzzeit wird somit zur Möglichkeit - für jeden von uns – etwas aktiv für den Artenschutz und den Tierschutz zu tun. Helfen Sie mit – gerade in unserer heutigen schnelllebigen Zeit.

Erstellt am 19.04.2020
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